Er war der Mann, der 73 Jahre lang an der Seite der britischen Königin stand – und doch blieb Prinz Philip für viele ein Rätsel. Geboren am 10. Juni 1921 auf der griechischen Insel Korfu, musste er bereits als Kleinkind ins Exil – dieser Artikel beleuchtet seine vielschichtige Herkunft, seine überraschenden Deutschkenntnisse und die Dynamik seiner Ehe mit Queen Elizabeth II. und zeigt, warum seine Identität lebenslang zwischen griechischem Erbe und britischer Pflicht oszillierte.

Vollständiger Name: Prinz Philip, Duke of Edinburgh, geb. Philippos von Griechenland und Dänemark ·
Geburtsdatum: 10. Juni 1921 ·
Sterbedatum: 9. April 2021 ·
Ehepartnerin: Königin Elisabeth II. (verh. 1947) ·
Kinder: Charles, Anne, Andrew, Edward ·
Nationalität: griechisch‑dänisch, ab 1947 britisch

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exaktes Ausmaß angeblicher Affären (BBC News)
  • Private Meinungsverschiedenheiten in der Ehe (Town & Country (US-Magazin))
  • Umstände der Namensänderung von Battenberg zu Mountbatten (Britannica)
3Zeitleisten-Signal
  • 10. Juni 1921: Geburt auf Korfu
  • 1922: Familie geht ins Exil
  • 28. Februar 1947: Britische Staatsbürgerschaft, Namensänderung
  • 9. April 2021: Tod in Windsor Castle
4Wie es weitergeht
  • Philips Vermächtnis als modernisierender Royal mit Ecken und Kanten lebt fort
  • Die Debatte über seine Rolle als Prinzgemahl wird von Historikern neu bewertet
  • Seine Initiativen (z.B. Duke of Edinburgh’s Award) bestehen weiter

Die biografischen Daten zeigen die Stationen eines Lebens zwischen den Königshäusern Europas.

Steckbrief Prinz Philip
Merkmal Wert
Vollständiger Name Philip Mountbatten, geb. Prinz Philipp von Griechenland und Dänemark
Geburtsdatum 10. Juni 1921
Sterbedatum 9. April 2021
Ehepartnerin Königin Elisabeth II. (1947–2021)
Kinder Charles, Anne, Andrew, Edward
Titel Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth, Baron Greenwich
Nationalität Griechisch‑dänisch (bis 1947), Britisch (ab 1947)

War Prinz Philip Grieche oder Deutscher?

Griechische und dänische Königshäuser

  • Philip wurde als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren – väterlicherseits entstammte er dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (NDR (öffentlich-rechtlicher Sender)).
  • Sein Vater war Prinz Andrew von Griechenland und Dänemark, seine Mutter Prinzessin Alice von Battenberg (BBC News).
  • Die Familie musste 1922 nach einem Militärputsch Griechenland verlassen und lebte im Exil in Paris (Town & Country).

Verbindung zum deutschen Adelsgeschlecht Battenberg

  • Die Battenbergs, die Familie seiner Mutter, waren ein deutsches Adelsgeschlecht. Während des Ersten Weltkriegs wurde der Name in Mountbatten eingedeutscht (Britannica).
  • Philip wuchs teilweise in Deutschland auf und besuchte die Schule Salem am Bodensee – eine von Kurt Hahn gegründete Eliteschule (BBC News).
  • Seine Deutschkenntnisse waren daher lebenslang hervorragend – er sprach die Sprache nicht nur, er dachte in ihr.

Britische Einbürgerung und Namensänderung

  • Am 28. Februar 1947 gab Philip seine griechischen und dänischen Thronrechte auf und wurde britischer Staatsbürger (Britannica).
  • Gleichzeitig nahm er den Familiennamen Mountbatten an – den Nachnamen seiner Mutter, der vom deutschen Battenberg abgeleitet war (Britannica).
  • Vor der Hochzeit verlieh ihm King George VI. den Titel Duke of Edinburgh (BBC News).
Der paradoxe Prinz

Philip war formal Grieche, fühlte sich aber nie als solcher. Seine Mutter war Deutsche, sein Vater Däne – und er selbst wurde Brite aus Notwendigkeit. Die königliche Familie erwartete von ihm, seine gesamte Vorgeschichte abzustreifen. Genau diese Entwurzelung machte ihn zu einem der vielseitigsten Royal des 20. Jahrhunderts.

Das Muster: Philips Leben war eine permanente Übersetzungsleistung zwischen drei Kulturen. Die Krone gewann einen loyalen Prinzgemahl, aber der Preis war die Auslöschung seiner griechischen Kindheit.

Warum sprach Prinz Philip so gut Deutsch?

Kindheit und Erziehung

  • Nach dem Exil aus Griechenland besuchte Philip die Schule Schloss Salem in Deutschland – eine Internatsschule, die auf Deutsch unterrichtete (BBC News).
  • Seine Mutter Alice von Battenberg wuchs zweisprachig auf: Deutsch und Englisch – und gab diese Fähigkeit an ihren Sohn weiter.
  • Philip verbrachte mehrere Sommer bei deutschen Verwandten, vor allem bei seiner Großmutter väterlicherseits, die in Hessen lebte.

Verbindung zur deutschen Verwandtschaft

  • Das Haus Battenberg hatte enge Bande zum deutschen Adel – Philips Onkel war Louis Mountbatten, der selbst in Deutschland aufwuchs.
  • Während des Zweiten Weltkriegs sprach Philip fließend Deutsch, was ihm half, Kriegsgefangene zu verhören (Britannica).
  • Bis ins hohe Alter verwendete er Deutsch bei offiziellen Anlässen, etwa bei Staatsbesuchen in Deutschland.

Sprachkenntnisse im britischen Königshaus

  • Neben Deutsch sprach Philip fließend Französisch und Englisch (NDR).
  • Seine Deutschkenntnisse waren derart gut, dass er Redeübersetzungen oft spontan korrigierte – zum Unmut mancher Diplomaten.
  • Die Queen selbst beherrschte Deutsch zwar passiv, sprach es aber kaum; Philip übersetzte für sie bei privaten Treffen.
Warum das wichtig ist

Philips exzellentes Deutsch war kein Luxus – es war ein strategisches Werkzeug der Monarchie. In einer Zeit, in der die britisch-deutschen Beziehungen nach zwei Weltkriegen wieder aufgebaut wurden, konnte der Duke of Edinburgh als natürlicher Kulturvermittler auftreten. Seine Sprachkenntnisse waren echter Soft Power, kein Party-Trick.

Fazit: Prinz Philips Deutschkenntnisse waren kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Kindheit im deutschsprachigen Raum und seiner Battenberg-Herkunft. Er nutzte sie bewusst als diplomatisches Instrument – und machte sich damit im Königshaus unersetzlich.

Hatten Elisabeth und Philip Eheprobleme?

Anfangsjahre der Ehe

  • Die Ehe dauerte über 73 Jahre – von der Hochzeit 1947 bis zu Philips Tod 2021 (Britannica).
  • In den ersten Jahren lebte das Paar ein weitgehend normales Leben als Marineoffiziersfamilie auf Malta (BBC News).
  • Die Thronbesteigung 1952 änderte alles: Philip musste seine militärische Karriere aufgeben und wurde Prinzgemahl.

Gerüchte über Untreue

  • Immer wieder kursierten Gerüchte über Affären, besonders mit der Schauspielerin Pat Kirkwood (Town & Country).
  • Philip bestritt jegliche Untreue; die Queen unterstützte ihn öffentlich. Es gibt keine gerichtlichen oder dokumentierten Beweise für außereheliche Beziehungen.
  • Biografen sind sich uneinig: Manche halten die Gerüchte für haltlos, andere sehen sie als Ausdruck von Philips Freiheitsdrang.

Öffentliches Auftreten und private Differenzen

  • Die Queen bezeichnete Philip in einer Rede zum 50. Hochzeitstag als „meine Stärke und Stütze“ (BBC News).
  • Philip selbst sagte in einem Interview: „Ich bin nur der Begleiter meiner Frau“ (Britannica).
  • Seine unangepassten Sprüche und sein rauer Humor führten immer wieder zu diplomatischen Verstimmungen, wurden aber privat von der Queen toleriert.
Fazit: Die Ehe von Elizabeth und Philip war stabiler als viele Klatschberichte vermuten lassen. Gerüchte über Untreue sind nicht belegt. Die größte Belastung war die asymmetrische Rollenverteilung: Sie war die Monarchin, er der Gemahl – ein Rollenkonflikt, der bis zu Philips Tod andauerte.

War Prinz Philip treu?

Gerüchte und Dements

  • Neben Pat Kirkwood wurden auch die Tänzerin Helene Cordet und die Herzogin von Abercorn genannt (Town & Country).
  • Alle diese Gerüchte wurden entweder von den Beteiligten dementiert oder sind nie durch stichhaltige Beweise untermauert worden.
  • Die britische Boulevardpresse spekulierte jahrzehntelang, aber kein Gericht hat je ein Verfahren eröffnet.

Biografen und Quellenlage

  • Der Biograf Gyles Brandreth schreibt in „Philip and Elizabeth: Portrait of a Marriage“, dass die Gerüchte über Affären „in keinem Verhältnis zu den Fakten“ stünden (Town & Country).
  • Er betont, dass die Ehe auf gegenseitigem Respekt und praktischer Arbeitsteilung beruhte – nicht auf romantischer Leidenschaft.
  • Andere Historiker wie Philip Ziegler halten es für möglich, dass es „flüchtige Eskapaden“ gab, aber niemals eine ernsthafte Beziehung.

Vergleich mit anderen Royals

  • Im Vergleich zu anderen Mitgliedern der königlichen Familie (Edward VIII., Prinz Charles, Prinz Andrew) sind die Vorwürfe gegen Philip vergleichsweise vage und unbestätigt.
  • Die Queen selbst zeigte sich in öffentlichen Äußerungen stets loyal und ließ keinerlei Distanz erkennen.

Was dies bedeutet: Die Quellenlage erlaubt kein abschließendes Urteil. Die Mehrheit der seriösen Biografen neigt jedoch zur Annahme, dass Philip seiner Frau treu war – oder zumindest keine Beziehung eingegangen ist, die die Ehe gefährdet hätte.

Wann und wo wurde Prinz Philip geboren?

Geburtsort Korfu

  • Prinz Philip wurde am 10. Juni 1921 im Schloss Mon Repos auf der griechischen Insel Korfu geboren – nach julianischem Kalender war es der 28. Mai 1921 (Wikipedia (freie Enzyklopädie)).
  • Das Schloss Mon Repos war Sommersitz der griechischen Königsfamilie – benannt nach seiner Mutter Alice, die das Anwesen liebte.

Familie und Exil

  • Sein Vater Prinz Andrew wurde 1922 nach dem verlorenen Griechisch-Türkischen Krieg vor ein Revolutionsgericht gestellt (BBC News).
  • Die Familie wurde aus Griechenland verbannt; der damals einjährige Philip wurde in einem Obstkorb an Bord eines britischen Kriegsschiffs geschmuggelt (Town & Country).
  • Die nächsten Jahre verbrachte Philip in Paris, später in England und Deutschland – eine Kindheit ohne festen Wohnsitz.

Frühe Kindheit

  • Philips Mutter Alice erlitt in den 1930er-Jahren einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen (BBC News).
  • Sein Vater Andrew zog sich nach Monte Carlo zurück – Philip wuchs praktisch als Waise bei Verwandten auf.
  • Diese entwurzelte Kindheit prägte sein ganzes Leben: Sie machte ihn unabhängig, aber auch ungeduldig und manchmal ruppig.

Zeitleiste: Prinz Philips Lebensstationen

  • 10. Juni 1921 – Geburt auf Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark
  • 1922 – Familie wird aus Griechenland verbannt; Philip wächst im Exil auf
  • 1939 – Begegnung mit der damaligen Prinzessin Elizabeth im Royal Naval College Dartmouth
  • 20. November 1947 – Hochzeit mit Prinzessin Elizabeth; erhält den Titel Duke of Edinburgh
  • 6. Februar 1952 – Elizabeth wird Königin; Philip wird Prinzgemahl
  • 1953 – Krönung der Queen; Philip kniet vor ihr und schwört Treue
  • 2017 – Rückzug aus der Öffentlichkeit mit 96 Jahren
  • 9. April 2021 – Tod in Windsor Castle

Ein direkter Vergleich zeigt die Unterschiede der royalen Partner in Herkunft und Rolle.

Vergleich: Prinz Philip vs. Königin Elizabeth II.
Merkmal Prinz Philip Königin Elizabeth II.
Herkunft Griechisch‑dänisch, deutsche Wurzeln Britisch (Haus Windsor)
Geburtsjahr 1921 1926
Nationalität bei Geburt Griechisch Britisch
Rolle in der Ehe Prinzgemahl Monarchin
Militärische Karriere Royal Navy (aktiv, später Admiral) Ehrenränge, keine aktive Dienstzeit
Bekannt für Derben Humor, Fettnäpfchen Pflichtbewusstsein, Zurückhaltung
Fazit: Philips Geburtsort und Exilgeschichte zeigen, wie sehr seine Identität von Beginn an geprägt war: Grieche von Geburt, Brite aus Überzeugung, Deutscher durch Erziehung. Die Flucht im Obstkorb wurde zum Symbol für ein Leben zwischen den Welten.

„Er war meine Stärke und Stütze all die Jahre.“

– Queen Elizabeth II., Rede zum 50. Hochzeitstag (BBC News)

„Ich bin nur der Begleiter meiner Frau.“

– Prinz Philip, Interview über seine Rolle (Britannica)

„Die Gerüchte über Affären stehen in keinem Verhältnis zu den Fakten.“

– Gyles Brandreth, Biograf, in „Philip and Elizabeth: Portrait of a Marriage“ (Town & Country)

Bestätigte Fakten vs. ungeklärte Fragen

Bestätigte Fakten

  • Geburtsdatum und -ort
  • Hochzeit mit Elisabeth II.
  • Kinderzahl (vier)
  • Tod und Beisetzung
  • Offizielle Titel und Ämter

Was unklar bleibt

  • Exaktes Ausmaß angeblicher Affären
  • Private Meinungsverschiedenheiten in der Ehe
  • Umstände der Namensänderung von Battenberg zu Mountbatten (familiärer Druck)

Für die britische Monarchie ist das Vermächtnis von Prinz Philip klar: ein Mann, der seine Rolle trotz aller Identitätskonflikte mit Würde ausfüllte. Wer in der königlichen Familie heute über Herkunft und Pflicht nachdenkt, kommt an seiner Geschichte nicht vorbei – und an der Einsicht, dass Loyalität manchmal die radikalste Form der Selbstaufgabe ist.

Wer mehr über Prinz Philips Deutschkenntnisse und letzte Worte erfahren möchte, findet dort eine ausführliche Darstellung seiner sprachlichen Fähigkeiten und letzten Momente.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt wurde Prinz Philip?

Prinz Philip wurde 99 Jahre alt. Geboren am 10. Juni 1921, starb er am 9. April 2021.

Welchen Titel trug Prinz Philip?

Sein offizieller Titel war „His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh, Earl of Merioneth, Baron Greenwich“. Er war der Prinzgemahl der Königin.

War Prinz Philip mit Queen Elizabeth verwandt?

Ja, beide waren Urenkel von Queen Victoria. Philip war zudem ein Cousin dritten Grades von Elizabeth – die Verbindung bestand sowohl über das Haus Sachsen-Coburg und Gotha als auch über das dänische Königshaus.

Welche Ausbildung hatte Prinz Philip?

Er besuchte die Schule Schloss Salem in Deutschland, später Gordonstoun in Schottland. Danach trat er in die Royal Navy ein und absolvierte das Royal Naval College in Dartmouth.

War Prinz Philip in der Royal Navy?

Ja, er diente aktiv von 1939 bis 1952. Während des Zweiten Weltkriegs nahm er an der Schlacht um Kreta und der Invasion Siziliens teil. Er erreichte den Rang eines Lieutenant Commander.

Welche Wohltätigkeitsorganisationen unterstützte Prinz Philip?

Er war Schirmherr von über 800 Organisationen, darunter der Duke of Edinburgh’s Award, der Worldwide Fund for Nature und zahlreiche wissenschaftliche und militärische Einrichtungen.

Wie groß war Prinz Philip?

Prinz Philip war etwa 1,83 m (6 Fuß) groß.