
Opel Adam: Alle Infos zu Preis, Motor, Problemen und Nachfolger
Der Opel Adam war ein modischer Stadtauto-Versuch — und nach nur sieben Jahren wieder Geschichte. Warum der kleine Opel eingestellt wurde, welche Probleme er hat und ob sich ein Gebrauchtkauf heute lohnt: Die wichtigsten Fakten zum Stadtflitzer mit dem auffälligen Design.
Produktionszeitraum: 2012–2019 ·
Neupreis (neu): 11.500–17.000 Euro ·
Motoren: 1,0–1,4 Liter, 3- und 4-Zylinder ·
Nachfolger: kein direkter; Opel Corsa als Alternative ·
CO₂-Emissionen (ca.): 99–134 g/km ·
Bauart: Kleinstwagen / Stadtflitzer
Kurzüberblick
- Bauzeit: 2012 bis 2019 (Autogazette)
- Neupreis: 11.500–17.000 Euro (Caradisiac)
- Kein direkter Nachfolger (Reuters)
- Ankündigung des Auslaufens: Oktober 2018 (Reuters)
- Letzte Produktion: Mai 2019 (Wikipedia)
Die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick:
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 2012–2019 |
| Karosserieform | 3-türiger Kleinwagen |
| Motoren | 1.0–1.4 l Otto, 70–150 PS |
| Leergewicht | ca. 1.100 kg |
| Kofferraumvolumen | 170 Liter (max. 663 Liter) |
| Höchstgeschwindigkeit | 165–210 km/h |
| Verbrauch (kombiniert) | 4,3–5,8 l/100 km |
Warum gibt es keine Opel Adam mehr?
Opel stellte die Produktion des Adam am 3. Mai 2019 ein, wie die Wikipedia-Seite zum Modell dokumentiert. Bereits am 9. Oktober 2018 hatte die Konzernmutter PSA (heute Stellantis) offiziell angekündigt, den Adam nach dem Ende seines Lebenszyklus nicht mehr zu ersetzen – ebenso wie den Cascada und den KARL, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Wann wurde der letzte Opel Adam produziert?
Der letzte Opel Adam lief am 3. Mai 2019 in Eisenach vom Band, berichtet Wikipedia. Schon ab dem 29. April 2019 ersetzte die Opel-Website den Neukonfigurator durch eine Liste verfügbarer Lagerfahrzeuge. Wer also heute einen Adam sucht, findet nur noch gebrauchte Modelle auf Plattformen wie AutoUncle oder AutoScout24.
Wer ist der Nachfolger von Opel Adam?
Offiziell gibt es keinen direkten Nachfolger für den Opel Adam. Wie Reuters berichtete, wollte Opel die Modellpalette stärker auf SUVs und SUVs ausrichten: Der SUV-Anteil sollte von 25 auf 40 Prozent bis 2021 steigen. Statt des Adam empfiehlt der Hersteller heute den Opel Corsa, den Opel Crossland – oder für Kleinstwagen-Fans den Opel Karl (der ebenfalls 2019 eingestellt wurde).
Der Wegfall des Adam zeigt: Auch ein modischer Kleinwagen kann nicht gegen den SUV-Trend bestehen.
Ist der Opel Adam ein gutes Auto?
Die Antwort hängt stark davon ab, welche Ansprüche du an ein Stadtauto stellst. Der Opel Adam punktet mit seinem individuellen Design und guter Ausstattung, zeigt aber auch deutliche Schwächen. Der ADAC (größter deutscher Automobilclub) bewertete das Modell mit 3,5 von 5 Sternen – ein solides Mittelfeld.
Welche Vorteile bietet der Opel Adam?
- Individuelles Design: Der Adam war extrem konfigurierbar – verschiedene Dachfarben, Felgen und Innenausstattungen möglich.
- Wendig in der Stadt: Mit 3,69 Metern Länge und einem Wendekreis von gut 10 Metern ist er ideal für enge Parklücken.
- Gute Ausstattungsoptionen: Schon die Basis hatte ESP, Frontairbags und ein Radio; höhere Linien wie „JAM” oder „S” boten Sitzheizung und Touchscreen.
Welche Nachteile hat der Opel Adam?
- Wenig Platz im Fond: Der Adam ist ein 3-Türer mit nur 170 Litern Kofferraum (CarReview auf YouTube).
- Hoher Verbrauch bei manchen Motoren: Der 1.4 ECOTEC (100 PS) benötigt laut Hersteller bis zu 5,8 l/100 km – in der Praxis oft mehr.
- Rostprobleme an der Heckklappe: Berichtet von AUTODOC (Teilehändler) als typische Schwachstelle.
- Probleme mit der Easytronic-Automatik: Diese automatisierte Schaltgetriebe ist in Foren als anfällig bekannt.
- Rückrufaktion 2019: Wegen einer fehlerhaften Lambdasonde bei 1,2- und 1,4-Liter-Motoren, die zu überschrittenen Stickoxid-Grenzwerten führen konnte (AUTODOC).
Käufer des Opel Adam bekommen ein modisches Stadtauto mit viel Individualität – aber auf Kosten von Platz, Effizienz und langfristiger Wertstabilität. Wer mehr Praktikabilität sucht, sollte zum Fiat 500 oder zum Opel Corsa greifen.
Das Fazit: Der Adam eignet sich für designbewusste Stadtfahrer, die Kompromisse bei Raum und Verbrauch in Kauf nehmen.
Wie viel kostet ein Opel Adam?
Neupreis damals
Bei seiner Markteinführung 2012 startete der Opel Adam bei etwa 11.500 Euro in der Basis. Zum Modelljahr 2019 lag der Neupreis für die damaligen Versionen zwischen 14.700 und 17.800 Euro, wie der französische Autotest-Dienst Caradisiac dokumentiert. Die Preise variierten stark nach Motorisierung und Ausstattung.
Gebrauchtpreise heute
Der Gebrauchtmarkt für den Opel Adam ist überschaubar, aber aktiv. Für das Baujahr 2019 listet AutoUncle (deutscher Gebrauchtwagen-Vergleichsdienst) im Juli 2025 insgesamt 228 Angebote mit einer Preisspanne von 7.500 bis 13.995 Euro. AutoScout24 zeigt 198 Angebote für das gleiche Baujahr. Der Wertverlust liegt damit bei etwa 50 Prozent nach fünf Jahren – ein typischer Wert für einen Kleinwagen, aber etwas höher als bei einem Fiat 500.
Gebrauchtkäufer sollten besonders auf die Easytronic-Getriebe und die Rostproblematik an der Heckklappe achten. Modelle mit der 1.0 ECOTEC-Motorisierung (70 oder 115 PS) gelten als zuverlässiger als die 1.4-Liter-Varianten.
Der niedrige Einstiegspreis macht den Adam für Budget-Käufer interessant, erfordert aber eine genaue Prüfung der Schwachstellen.
Ist der Opel Adam ein Frauenauto?
Die Frage taucht in Foren immer wieder auf – und der Opel Adam hat tatsächlich ein Imageproblem in dieser Hinsicht. Die Bezeichnung „Frauenauto” ist ein Stereotyp, das oft auf modische Kleinwagen mit besonderem Design zutrifft.
Was bedeutet die Bezeichnung „Frauenauto”?
Der Begriff beschreibt die Wahrnehmung, dass ein Fahrzeug überwiegend von Frauen gekauft wird – oft aufgrund von Farben, weichen Formen und modischen Details. Der Opel Adam wurde wegen seines ausgefallenen Designs, der vielen Personalisierungsoptionen und der eher niedrigen PS-Zahlen schnell in diese Schublade gesteckt.
Typische Käufergruppe
Opel selbst vermarktete den Adam geschlechtsneutral – in den Anzeigen waren sowohl Männer als auch Frauen zu sehen. Tatsächlich lag der Käuferanteil von Frauen laut Branchenschätzungen bei über 50 Prozent, aber auch viele Männer kauften den Adam. Die Wahrnehmung als „Frauenauto” ist letztlich ein Stereotyp, das auf viele modische Kleinstwagen zutrifft – auf den Fiat 500 übrigens genauso wie auf den Opel Adam.
Welche Motorvarianten gab es beim Opel Adam?
Benziner
Alle Motoren des Opel Adam waren Ottomotoren – ein Diesel wurde nie angeboten. Die Palette umfasste Drei- und Vierzylinder:
- 1.0 ECOTEC (70 PS) – Dreizylinder-Sauger, günstig im Verbrauch, aber schwach
- 1.0 ECOTEC (115 PS) – Dreizylinder-Turbo, kombiniert Leistung mit Effizienz
- 1.2 (70 PS) – Vierzylinder-Sauger, Basisvariante in einigen Märkten
- 1.4 ECOTEC (100 PS) – Vierzylinder-Sauger, die verbreitetste Variante
- 1.4 Turbo (150 PS) – Spitzenmodell Opel Adam S, sportlich abgestimmt
Die Leistungsdaten der wichtigsten Varianten im Vergleich:
| Modell | Hubraum | Leistung | 0–100 km/h | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Opel Adam 1.0 (70 PS) | 999 cm³ | 70 PS | ca. 14,9 s | 165 km/h |
| Opel Adam 1.0 Turbo (115 PS) | 999 cm³ | 115 PS | ca. 9,9 s | 195 km/h |
| Opel Adam 1.4 (100 PS) | 1.398 cm³ | 100 PS | ca. 11,3 s | 185 km/h |
| Opel Adam S (150 PS) | 1.398 cm³ | 150 PS | ca. 8,5 s | 210 km/h |
Getriebeseitig gab es ein 5-Gang-Schaltgetriebe (Standard) und optional die Easytronic – ein automatisiertes Schaltgetriebe, das in Testberichten oft als ruckelig beschrieben wird.
Der Opel Adam S mit 150 PS ist zwar der sportlichste, aber auch der durstigste: Sein Verbrauch liegt bei etwa 6,0 l/100 km auf dem Papier, in der Praxis oft bei 7–8 l/100 km. Für die CO₂-Emissionen von 134 g/km fällt eine höhere Kfz-Steuer an.
Die Motorpalette zeigt: Für sparsame Stadtfahrer reicht der 1.0-Liter, wer mehr Dynamik will, muss mit höheren Kosten rechnen.
Zeitleiste des Opel Adam
- 2012: Markteinführung auf dem Pariser Autosalon (Wikipedia)
- 2015: Facelift mit neuen Motoren und erweiterten Assistenzsystemen wie City Notbremslicht
- 2016: Einführung des Opel Adam S mit 150 PS und sportlichem Fahrwerk (CarReview)
- Oktober 2018: Offizielle Ankündigung des Produktionsendes durch Opel (Reuters)
- 29. April 2019: Neukonfigurator auf Opel-Website deaktiviert
- 3. Mai 2019: Letzter Opel Adam verlässt das Werk in Eisenach
„Der Opel Adam ist ein gewagter Auftritt. Er soll vor allem junge Käufer ansprechen.”
— AutoBild, 2012
„Der Opel Adam S überzeugt mit scharfem Design und durchzugsstarkem Motor.”
— CompleteCar, 2016
„Der Adam hat seinen Zweck erfüllt und wird nun vom Opel Corsa und Crossland abgelöst.”
— Opel-Pressesprecher, 2019 (sinngemäß)
Der Opel Adam verkaufte sich insgesamt etwa 260.000 Mal weltweit – eine solide Zahl für einen Kleinstwagen, aber zu wenig, um in der Ära der SUVs zu überleben. Für Käufer in Deutschland, die einen wendigen Stadtflitzer mit Charakter suchen, ist der Gebrauchtkauf eines Adam durchaus sinnvoll – vorausgesetzt, man akzeptiert die kleineren Mängel und den vergleichsweise hohen Wertverlust. Wer dagegen auf lange Sicht sparen will, sollte lieber zum Fiat 500 oder zum Opel Corsa greifen. Letztlich entscheidet der Geldbeutel und der Verwendungszweck – für reine Stadtfahrer kann der Adam eine gute Wahl sein, für andere gibt es bessere Alternativen.
Ein ausführlicher Ratgeber beleuchtet Problemen und Produktionsende des Opel Adam und hilft Käufern bei der Entscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Farben gab es für den Opel Adam?
Der Opel Adam war extrem personalisierbar. Es gab über 20 Außenfarben, zahlreiche Dachfarben (oft im Kontrast zur Karosserie) und verschiedene Felgen- und Innenausstattungsoptionen. Besonders beliebt waren Kombinationen wie Rot mit weißem Dach oder Blau mit silbernem Dach.
Wie viel Kofferraumvolumen hat der Opel Adam?
Der Opel Adam hat ein Kofferraumvolumen von 170 Litern im Normalzustand. Bei umgeklappten Rücksitzen (geteilt umklappbar) steht maximal 663 Liter zur Verfügung – ausreichend für den Alltag, aber nicht üppig für lange Reisen mit vier Personen.
Ist der Opel Adam für Familien geeignet?
Eher nicht. Der Adam ist ein 3-Türer mit wenig Platz auf der Rückbank. Für eine zweiköpfige Familie mit Kleinkind mag es gerade noch gehen, aber ein erwachsener Beifahrer auf der Rückbank wird es eng. Für Familien ist der Opel Corsa oder der Fiat 500X die bessere Wahl.
Welche Getriebeoptionen gab es?
Es gab ein 5-Gang-Schaltgetriebe (Standard) und optional die Easytronic – ein automatisiertes Schaltgetriebe, das die Kupplung automatisch betätigt, aber in Testberichten oft als ruckelig und langsam beschrieben wird. Eine klassische Wandlerautomatik gab es nie.
Wie hoch ist der Verbrauch des Opel Adam?
Der kombinierte Verbrauch lag je nach Motorisierung zwischen 4,3 l/100 km (1.0 ECOTEC 70 PS) und 5,8 l/100 km (1.4 ECOTEC 100 PS). Im Stadtverkehr sind Werte um 6–7 l/100 km realistisch.
Gibt es einen Opel Adam mit Allradantrieb?
Nein, der Opel Adam wurde ausschließlich mit Frontantrieb angeboten. Ein Allradantrieb war nie in der Planung – für einen reinen Stadtflitzer auch untypisch.
Wie sicher ist der Opel Adam laut Euro NCAP?
Der Opel Adam wurde 2012 von Euro NCAP getestet und erhielt 4 von 5 Sternen. Er erreichte 85 % für den Insassenschutz, 68 % für den Kinderschutz, 58 % für den Fußgängerschutz und 76 % für die Sicherheitsausstattung – solide für einen Kleinstwagen seiner Zeit.
Welche Ausstattungspakete gab es?
Die Ausstattungslinien hießen „Jam” (basisch, bunt), „Rocks” (etwas sportlicher) und „S” (ab 2016 das Spitzenmodell). Hinzu kamen unzählige Individualisierungsoptionen wie Sitzheizung, Touchscreen-Navi, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und verschiedene Dach- und Felgenfarben.